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Kopf oder Bauch?

Kopf oder Bauch? Was sind Sie? Ich bin ein Kopfmensch. Das wäre ja erst mal einfach, wenn mein Bauchgefühl mir nicht pausenlos dazwischen quatschen würde. Und wenn ich dann merke, dass mein Bauch sich meldet, ist sekündlich auch mein Kopf wieder zur Stelle. Wie damals, als ich ein Stipendium für die Miami International University hatte – es aber nicht antrat, weil ich mir den Flug und die Unterkunft nicht leisten konnte, und mein Bauch einem Kredit niemals zugestimmt hätte. Oder wie ich einen Mitarbeiter eingestellt habe, gegen den mein Bauch rebelliert hat – mein Kopf aber sagte, der bringt genau die Skills mit, die ich brauche. Beide Entscheidungen habe ich bereut. Ich treffe grundsätzlich gern Entscheidungen. Meist ganz bewusst schnell, damit ich gar nicht erst anfange, mit dem ganzen Abwägen und Durchgehen aller Optionen. Denn jetzt wird’s kompliziert. Wem soll ich denn trauen? Meinem Kopf oder meinem Bauch?

Ich glaube, in mir steckt noch mehr

Das sagte eine Bekannte neulich zu mir. Sie glaubt, in ihr stecke mehr. Sie wisse nur nicht so richtig, was. Und vor allem: Sie traue sich da auch irgendwie nie so recht ran. Sie traut sich nicht? Fehlt ihr also nur der Mut, danach zu graben, was da in ihr schlummert? Und was ist Mut eigentlich?

Ich glaube Mut bedeutet, sich für ein Ziel zu entscheiden. Entscheidungen erfordern deshalb Mut, weil die Entscheidung für eine Sache fast immer auch eine Entscheidung gegen eine andere Sache ist. Da wir bekanntermaßen keine Garantien bekommen und selbst die noch so nahe Zukunft erst einmal unbekannt, ungewiss und unsicher ist, fallen uns Entscheidungen bisweilen schwer. Sie dann doch zu treffen und vor allem: sie dann auch umzusetzen, dass erfordert Mut – oder wie wir gelegentlich sagen: Courage…

Wir sollten viel öfter einen Mut-Ausbruch haben.

Mut oder Demut?

Dann bedeutet Mut manchmal auch, Adieu zu sagen. Sich von toxischen Menschen zu verabschieden. Oder von Menschen, die es ganz sicher gut mit uns meinen, die aber einfach nicht mehr zu uns passen. Zum Beispiel, weil wir uns in eine Richtung entwickeln und sie sich in eine andere. Und das passt jetzt eben nicht mehr. Wir tun uns immer wieder einmal schwer damit, zu sagen, was wir denn eigentlich wollen. 

Da kann es manchmal hilfreich sein, zu entscheiden, was oder wen wir in unserem Leben nicht mehr möchten. Weil es aber schwer ist, es dann tatsächlich auch umzusetzen und zu riskieren, dass wir andere vor den Kopf stoßen und Dritte vielleicht sogar schlecht über uns sprechen, klafft meist noch eine kleine bis größere Kluft zwischen der Entscheidung und dem tatsächlichen Abschied. Solange, bis wir allen Mut zusammennehmen – und uns selbst wichtiger nehmen als die Ansprüche unseres Umfelds.

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Die Angst vor der eigenen Courage

Mut bedeutet, seinen Ideen und Gedanken zu trauen. Sich selbst etwas zuzutrauen. Das sind gleich zwei Dinge auf einmal. Eine gute Idee zu haben, ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist, diese Idee auch gezielt ins Spiel zu bringen und ein Konzept zu entwickeln. Gerade Frauen behalten bisweilen noch immer nobelpreisverdächtige Ideen für sich. Weil sie zwei Dinge fürchten:

  • dass die Idee tatsächlich nicht gut – beziehungsweise nicht gut genug ist. Oder
  • dass „die anderen“ ihre Idee ablehnen könnten – was Frauen übrigens häufig gleichsetzen mit der Ablehnung ihrer Person.

Beide Ängste sind verständlich. Aber sie sind eben auch nur genau das: Ängste. Und keine Tatsachen. Wenn Sie also eine gute Idee haben und die Stimme in Ihrem Kopf oder ein diffuses Gefühl in Ihrem Bauch Ihnen sagt: „Ach was, so gut ist die Idee ja nun wirklich nicht“, oder „Schuster, bleib bei Deinen Leisten“, oder sie auf sonst eine Art Gefahr laufen, die Handbremse in Ihrem Kopf anzuziehen, noch bevor Sie das Gaspedal auch nur sanft berührt haben – dann versuchen Sie einmal innerlich einen Schritt zurückzutreten. Dann können Sie aus sicherer Entfernung einen Blick auf diese Ängste werfen.

Angst Nr. 1: meine Idee ist nicht gut (genug)

Stellen Sie sich ein Gremium vor, das Ihre Idee analysiert. Da wäre zum einen Ihre beste Freundin. Was würde sie zu Ihrer Idee sagen? Dann gibt es einen wichtigen Mentor aus Ihrem Leben, zum Beispiel ein Eltern- oder Großeltern-Teil, ein Lehrer, Nachbar oder sonst eine Person, die eine wichtige Rolle in Ihrer Entwicklung gespielt hat. Was würde dieser Mensch zu Ihrer Idee sagen? 

Und dann lassen Sie auch gedanklich Ihren größten Kritiker zu Wort kommen. Was wäre seine Meinung? Notieren Sie sich alle Argumente und diskutieren diese mit ihrem „inneren Team“ um die Güte der Idee so realistisch wie möglich einzuschätzen. Kommen Sie zu der Einschätzung, dass die Idee aus zwei bis drei Gründen objektiv gut ist, haben Sie die erste Angst bereits überwunden.

Bleibt Angst Nr.2: die Angst vor der Ablehnung

Gestehen Sie sich selbst das Recht zu, eine gute Idee vorzubringen. Gestehen Sie aber auch Ihren Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten oder auch Bekannten und Freunden zu, diese Idee nicht zu verstehen oder sie auch abzulehnen. Jeder hat ein Recht auf eine eigene Meinung. Und die Ablehnung einer Idee ist nicht gleichbedeutend mit der Ablehnung Ihrer Person. 

Es kann aber durchaus Sinn machen, sich im Vorfeld zu überlegen, bei welcher Gelegenheit Sie eine Idee platzieren. Dabei bedeutet Mut auch: als Kopfmensch seinem Bauch zu vertrauen. Und umgekehrt. Unserer Intuition zu vertrauen, denn die weiß schon, was gut für uns ist. Intuition ist ja weit mehr als nur ein Bauchgefühl. Intuition ist das perfekte Zusammenspiel von Kopf und Bauch.

Die Intuition sagt dem Verstand, wohin er als nächstes schauen soll.

Mut heißt also nicht, keine Angst zu haben. Mut heißt, trotz Angst ins Handeln zu kommen. Entscheidungen zu treffen und zu sich und seinen Entscheidungen zu stehen. Sich seine Zukunft auszumalen in den schönsten Farben. Und dann darauf zuzugehen. 

Sie haben dabei immer zwei Optionen: Entweder Sie bleiben da, wo Sie gerade stehen, und nichts verändert sich. Oder Sie brechen aus Ihrer Komfortzone aus und wagen mutig Schritte in Ihre Wachstumszone, ohne zu wissen, wie das Ganze ausgehen wird. Letzteres ist ein Risiko. Selbst wenn Ihr Wunsch nicht in Erfüllung geht – etwas wird sich dennoch ändern. Das sind Sie! Mit jeder Entscheidung, die wir für uns treffen, wächst unser Selbstbewusstsein. 

Und mit jeder Handlung, die wir für uns tun, wächst unser Mut. 

Mit jedem Erfolg, den wir dann haben, wächst unser Gefühl der Selbstwirksamkeit, weil wir uns beweisen, dass wir aus eigener Kraft etwas erreichen können, wenn wir es wirklich wollen. Das gibt uns Kraft für die Momente, in denen es mal wieder nicht klappt. Das stärkt unsere Resilienz und lässt uns wieder aufstehen und neue Entscheidungen treffen. Und möglicherweise treffen wir auf diesem Weg besondere Menschen, mit denen wir gern unsere Gedanken teilen möchten. Oder neue Möglichkeiten, die noch viel besser sind, als die, die wir uns ausgemalt und gewünscht haben.

3 Life-Hacks für Ihren persönlichen Mut-Ausbruch

Vielleicht geht es Ihnen auch manchmal so: Ihr Leben ist ausgefüllt und erfüllt. Es geht Ihnen doch gut. Und dennoch scheint etwas zu fehlen. Sie spüren in manchen Momenten so eine vage Sehnsucht nach irgendetwas, nur was? Dann schnappen Sie sich doch mal eine Tasse Tee oder ein schönes Glas Wein, gönnen Sie sich eine ruhige Minute eingekuschelt in Ihrem Lieblingssessel oder auch draußen in der klaren Luft und beschäftigen sich mit dem einen oder anderen Life-Hack für Ihren persönlichen Mut-Ausbruch:

Zurück in die Zukunft’

Reisen Sie einmal 5 oder 10 oder mehr Jahr in Ihre Zukunft. Was sehen Sie da? Sind Sie zufrieden oder gar glücklich damit? Ob ja oder nein: was bedeutet das für Ihre Entscheidungen im Heute?

Leitsterne

Um herauszufinden, was wirklich Bedeutung hat in Ihrem Leben, können Sie sich fragen: Wofür lohnt es sich, dass ich aufstehe? Was will ich der Welt hinterlassen? Und was würde ich tun, wenn ich eine Garantie bekäme, dass ich nicht scheitern kann?

Traumreise

Rufen Sie sich einmal Ihren innigsten Wunschtraum vor Ihr inneres Auge. Sehen Sie ihn? Dann stellen Sie einmal drei Stühle in einmal Halbkreis auf und setzen sich auf den ersten: Den Stuhl der Träumerin. Schwelgen Sie in Ihrem Traum und notieren Sie alle Gefühle und Gedanken, die Ihnen begegnen. Wechseln Sie nun auf den zweiten Stuhl: den Stuhl der Realistin. Was brauchen Sie, um Ihr Ziel zu erreichen? Wen brauchen Sie? Was kostet es gemessen in Zeit, Geld oder sonstigen Ressourcen?

Auch hier schreiben Sie alles auf, was Ihnen durch den Kopf geht und Ihren Bauch bewegt. Setzen Sie sich jetzt auf den dritten Stuhl – den Stuhl der Kritikerin. Was müssen Sie aufgeben für Ihr Ziel? Welche Ängste und Unsicherheiten bestehen? Welche Probleme kann es geben. Auch hier: alles aufschreiben, was Sie bewegt. Sie können die Schritte immer wiederholen, bis alles gesagt ist. Am Ende wägen Sie ab und hören auf Ihre Intuition. Denn Sie wissen ja: Intuition ist das perfekte Zusammenspiel Ihres Kopfes mit Ihrem Bauch. Die beiden werden das schon gut machen für Sie …

Herz über Kopf – und über Bauch…

Übrigens – neben Kopf und Bauch gibt es ja auch noch unser Herz. Und ich merke immer öfter, dass das ein ganz guter Dolmetscher zwischen den anderen beiden ist. Es versteht meinen Kopf und meinen Bauch und schafft es meist, die beiden zu versöhnen. Wenn Sie jetzt das nächste Mal vor der Wahl stehen, auf Ihren Kopf oder Ihren Bauch zu hören – oder aber das zu tun, was Ihr Herz Ihnen sagt – dann hören Sie vielleicht einmal etwas genauer hin. Das Herz spricht meist leise. Und manchmal flüstert es Ihnen zu: ‚Trau Dich! Es wird Zeit für einen Mut-Ausbruch!‘

Herzlichst –
Ihre Rebecca Paul

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